Spicken statt spalten: Der politische Aschermittwoch „a bissl anders“

19. Februar 2026

Den politischen Aschermittwoch „gewinnen“ normalerweise jene Kandidaten, die am besten schimpfen und derblecken. Oder vielleicht doch SPD-Landratskandidat Holger Gottschalk, der dieses Mal eine lockere Quizrunde auf die Beine gestellt hat?

„Gefühlt so ungefähr tausend Leute“ begrüßte am Abend des 18. Februar der SPD-Unterbezirksvorsitzende Jürgen Gastel. Da lag er gefühlt ein klein wenig daneben. So rund 120 Besucherinnen und Besucher dürften es gewesen sein im voll besetzten Saal im Graminger Weißbräu. Jürgen Gastel legte dann los ganz im Stile eines „Partei-Generals“. Er schimpfte über eine bayerische „Bananenrepublik“, die CSU-dominierte Kommunen übervorteile; und ganz vehement wandte er sich gegen eine sogenannte Alternative, die „mit plumpen Parolen, die sich rein gar nicht mit Kommunalpolitik beschäftigen, nur spalten will“. Alles nicht falsch, aber ...

... Nicht im Sinne des SPD-Landratskandidaten, der als „Einer von uns“ die Menschen zusammenbringen möchte – und der die Rede mittendrin unterbrach: „Wir wollen jetzt hier nicht nur auf die anderen schimpfen“, sagte er, „wir wollen das heute a bissl anders machen.“ Anders, das bedeutete an diesem Abend: lieber lachen statt schimpfen, lieber miteinander statt gegeneinander – und lieber spicken statt spalten. Auf dem Programm stand nämlich nach einem kurzen Auftritt von „Feuerwehrmann Putzi aus Neuötting“ ein lockerer Spiele-Abend, genauer: „Gottschalks Landkreis-Quiz“ – mit Fragen, die einen direkten Bezug haben zu den Orten und zu den Menschen, um die es bei der Kommunalwahl geht.

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SPD-Landratskandidat Holger Gottschalk (r.) unterbricht den SPD-Unterbezirksvorsitzenden Jürgen Gastel. - Foto: Michael Glaß

Fragen, die SPD-Landratskandidat Holger Gottschalk sehr gut selber zusammenstellen konnte, weil er mittlerweile 36 mal mit dem Radl im gesamten Landkreis unterwegs war. Videos zu seinen Fahrten auf YouTube, Facebook, Instagram und neuerdings auch auf TikTok erreichen durchschnittlich rund 3-4000 Klicks und zeigen auf, dass die Verbindung von Wahlkampf und Wissensvermittlung auch über die sozialen Medien sehr gut funktioniert. Bei der Suche nach den richtigen Lösungen für die über 30 Fragen war der Bio- und Chemie-Lehrer Holger Gottschalk übrigens nicht allzu streng: Im Sinne eines guten Miteinanders drückte er ein Auge zu, wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer spickten und voneinander abschrieben.

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Fragen mit Bezug zu den Orten und zu den Menschen, um die es bei der Kommunalwahl geht, durften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer „Gottschalks Landkreis-Quiz“ beantworten. - Foto: Michael Glaß

Sowieso war Holger Gottschalk auch in jenen fünf Gemeinden, in denen die SPD einen Bürgermeister-Kandidaten stellt. Florian Schneider (Burghausen), Marco Keßler (Altötting), Marco Harrer (Töging), Stefan Bonauer (Burgkirchen) und Rupert Bruckmeier (Neuötting) durften nicht nur kurz mit auf die Bühne, sondern im Anschluss auch die Stimmen auszählen. Für die Gewinner gab es viele schöne Preise. Auch eine Berlin-Fahrt wurde verlost.

Eine Halbe Graminger Weißbier auf Kosten des Altöttinger SPD-Ortsvereins bekommt übrigens der erste, der uns folgende Quiz-Frage zum Abschluss beantworten kann: Welche Partei behauptet in einem Wahlkampf-Flyer, dass die Pro-Kopf-Verschuldung in Altötting bei 28 Millionen Euro liegt? Eine Halbe Graminger Weißbier obendrauf gibt es für den ersten, der herausfindet, ob diese Behauptung dreist gelogen ist, oder ob die dafür Verantwortlichen einfach nicht rechnen können.

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Gut drauf: SPD-Landratskandidat Holger Gottschalk (l.) und der SPD-Bürgermeister-Kandidat für Altötting, Marco Keßler. - Foto: Michael Glaß
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Sie lassen sich gerne ablichten: SPD-Landratskandidat Holger Gottschalk (3.v.l.) mit den Bürgermeister-Kandidaten im Landkreis (v.l.) Rupert Bruckmeier (Neuötting), Marco Harrer (Töging), Stefan Bonauer (Burgkirchen), Marco Keßler (Altötting) und Florian Schneider (Burghausen). - Foto: Michael Glaß
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Auftakt zum etwas anderen "Politischen Aschermittwoch" im Graminger Weißbräu. - Foto: Michael Glaß

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